Reifenwerk

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Die Wende von 1989/90 brachte auch für Pneumant einschneidende Veränderungen mit sich: 1990 entstanden an Stelle des bisherigen Kombinats Kapitalgesellschaften, aus denen drei Jahre später die Pneumant Reifen & Gummi Werke GmbH wurde. 1995 ging sie an die Dunlop-Tochter SP Reifenwerke GmbH und wurde in Pneumant Reifen GmbH umbenannt. 1998 feierte Pneumant ein großes Jubiläum: Der 100-millionste Reifen ging in Riesa vom Band. Zwei Jahre später bekam Pneumant den europäischen Wirtschaftspreis Milestones in der Kategorie «Turnaround» verliehen. 2006 wurden in Fürstenwalde die ersten Run-Flat-Reifen für Dunlop produziert.Aufgrund rückgängiger Umsätze gab Dunlop im Januar 2012 die Einstellung der Marke bekannt.Zuletzt waren nur noch 50.000 Pneumant-Reifen pro Jahr gefertigt worden.Dunlop nahm 2015 die Produktion erneut auf. Die Reifen wurden über die Reutlinger Handelsgruppe Reiff in Deutschland und Österreich angeboten. Im selben Jahr kündigte Dunlop an, das weltweite Joint-Venture mit Goodyear zu verlassen; Goodyear sollte am Jahresende alle Anteile am Joint-Venture erhalten.



Nach der 100-prozentige Übernahme durch Dunlop 1995 bis heute wurde das Werk nach Unternehmensangaben für gut 100 Millionen Euro modernisiert, wobei der Schwerpunkt in den 90er Jahren auf der Umstellung von der Lkw- auf die Pkw-Reifenproduktion lag. Die Mitarbeiterzahl, die zu DDR-Zeiten bei etwa 4900 lag, stieg seit dem Tief von 1995 mit rund 280 Beschäftigten wieder deutlich auf rund 640 an, wie Paech betont. Damit sei Fürstenwalde der größte ostdeutsche Reifenhersteller und der einzig verbliebene Standort der Branche in Berlin-Brandenburg.Im vergangenen Jahr wurden in dem Werk an der Spree nach Unternehmensangaben 3,3 Millionen Pneus für Pkw, Transporter sowie die SUV genannten Sport- und Freizeitfahrzeuge produziert. Rund 60 Prozent davon gingen an Erstausrüster, wobei elf Fahrzeugfirmen von BMW und Mercedes über Opel, VW, Audi und Ford bis zu Toyota und Seat zu den Kunden zählten.„Wir arbeiten sieben Tage die Woche rund um die Uhr“, betont Paech. Mit knapp 10 000 Reifen pro Tag sei die Kapazitätsgrenze erreicht. Deshalb wird beim morgigen Festakt auch der Grundstein für eine neue Produktionslinie gelegt. Die 20-Millionen-Euro-Investition soll voraussichtlich Mitte 2007 in Betrieb gehen. „Es handelt sich um eine völlig neue Prozesstechnologie, die deutlich produktiver arbeitet“, sagt Paech. Damit solle die Tagesproduktion auf 11 000 Reifen gesteigert werden. Rund 40 hoch qualifizierte Arbeitsplätze würden hier neu geschaffen. Die Entscheidung der Führung des Weltkonzerns, in Brandenburg zu investieren, sei ein wichtiger Beitrag zur Zukunftssicherung des Standorts, sagt Paech. Die neue Anlage hätte auch in Osteuropa oder Asien entstehen können, das Reifenwerk Fürstenwalde habe sich gegen weltweit über 50 andere Goodyear-Dunlop-Werke durchgesetzt. Als Gründe nannte er neben den günstigen Förderbedingungen – Fürstenwalde wurde vom Potsdamer Wirtschaftsministerium als regionaler Wachstumskern benannt - das Know-how der Mitarbeiter, die Nähe zu den deutschen Fahrzeugherstellern und die hohe Innovationsrate im Werk. Hier werde jede Woche ein neuer Reifen in die Produktion eingeführt. „Wir gehören zu den effektivsten Standorten in der Gruppe“, sagt Paech. Das liege einerseits an der günstigen Lohnkostenstruktur, zum anderen würden hier überwiegend Hochleistungsreifen ab 17 Zoll gefertigt, also Produkte mit sehr hoher Wertschöpfung. Zugleich sei das Werk mit seinen 640 Beschäftigten einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region östlich von Berlin. „Wir arbeiten im lokalen Umfeld mit über 30 Firmen zusammen, das schafft sicher noch einmal soviel Arbeitsplätze“, sagt Paech.

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Gordon Rapp, Rechtanwalt Heidelberg. Durchführung der Liquidation der Pneumant Reifenwerke AG von 1990 bis 1993. Verleihung des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse am Bande 2001 für die Erhaltung von 4.000 Arbeitsplätzen bei der Restrukturierung des Unternehmens Pneumant Reifen- und Gummiwerke Fürstenwalde AG

[2]