Zeittafel Fürstenwalde 1816 – 1900

Ulanen und Industrialisierung

1816
1816

Friedensfest in Fürstenwalde

Bürger Fürstenwaldes feiern das Ende der Napoleonischen Besetzung
1817
1817

Aufteilung eines Teils der Kleinen Heide

(Heideland) an alle Hausbesitzer „unentgeltlich zum vollen Eigenthum nach wirtschaftlichen Grundsätzen“.

1817

Garnisionsstadt der Ulanen

Stadt wird Garnison des 1809 aufgestellten 1. Brandenburgischen Ulanenregiments.

1818
1818

Verwaltungsreform

Die 1815 auf dem Wiener Kongress beschlossene Verwaltungsreform wird auch in Fürstenwalde umgesetzt.

Die Besitzungen nördlich der Spree liegen im Regierungsbezirk Frankfurt (Oder), die südlich der Spree verbleiben im Regierungsbezirk Potsdam.

1818
1820
1820

Stadttore und Torschreiber werden überflüssig.

Aufhebung des Zoll- und Akziseamtes

1822
1822

Stadtmauer wird abgerissen

Beginn des Abbruches der Stadtmauer. Anlegen des Neuen Friedhofs in der Wilhelmstraße.

1828
1828

Einweihung der Feierhalle auf dem neuen Jüdischen Friedhof

Einweihung der Feierhalle auf dem neuen Jüdischen Friedhof

04.06.1828

Auf dem neuen Jüdischen Friedhof in der Frankfurter Straße wird die neue Feierhalle eingeweiht.

Der Umzug des Friedhofs der Jüdischen Gemeinde vom „Weißen Berg“ wurde nach langjährigen Verhandlungen mit der Stadt im Jahr 1829 vollzogen.

1834
1834

Erste Fürstenwalder Zeitung

Das Fürstenwalder Wochenblatt erscheint.

1837
1837

Errichtung der automatischen Getreidemühle

Standort: an der Spree
Amerikanische Bauart mit Paternosterbetrieb und mechanischer Abfüllung. Beginn der Mehlfabrikation in der Spreemühle.

1837

Diplomat. Chronik der Stadt Fürstenwalde erscheint

Autor: Oberpfarrer Dr. Georg Friedrich Gottlob Goltz

1839
1839

Maurermeister Arnold baut den ersten Ringofen

Der Fürstenwalder hatte den Ringofen erfunden, aber kein Patent angemeldet.

1873 wurde er für seine Erfindung Ehrenbürger von Fürstenwalde.

Der Berliner Wilhelm Hoffmann meldete später auch ein Patent an, welches ihm nach Bekanntwerden des Arnoldschen Ofens wieder aberkannt wurde. Allerdings sagen Experten, dass erst der Hoffmannsche Ringofen als Weiterentwicklung dazu geeignet war, eine industrielle Großproduktion von Ziegeln zu gewährleisten.

1843
1843

Eröffnung der Berlin-Frankfurter Eisenbahn.

Der Bahnhof zu Fürstenwalde im Jahr 1899

Altes Bahnhofsgebäude entsteht an der Strecke Berlin-Fürstenwalde-Frankfurt (Oder)

Der Bahnhof zu Fürstenwalde im Jahr 1899

 

1843

Dampf- Woll-Spinnerei Arnold & Iden am Sauanger

Der Industriebetrieb wird zwischen der Spree und den Weberhäusern in Betrieb genommen

1848
1848

Auswirkungen der Bürgerlich-demokratischen Revolution

Bürgerlich-demokratische Revolution in Deutschland wirkt auch nach Fürstenwalde.

Durch die zunehmende Industrialisierung der Stadt sowie die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Berlin-Frankfurt (Oder) kommt es zur Herausbildung einer Industriearbeiterklasse. Pendler von und nach Berlin sorgten für einen Austausch und für eine zunehmende Politisierung der Gesellschaft.

In der Folgezeit entstehen als Interessengemeinschaften und Interessenvertretungen eine Vielzahl politischer Vereine, Gruppen und später auch Ortsgruppen von politischen Parteien aller Couleur.

1858
1858

Inbetriebnahme des städtischen Gaswerkes

… zur Versorgung der Haushalte und der städtischen Beleuchtung

(60 Gaslaternen und 600 Privatflammen). Verarbeitung von Holz (vornehmlich Stubben) aus den städtischen Wäldern (Holzentgasung), eine der ältesten Anlagen in Deutschland.

1859
1859

Kalkbrennerei in der Altstadt

Fabrikbesitzer Ernst Schilknecht errichtet in der Altstadt eine mit 2 Öfen. 1860 3. Ofen, 1862 4. Ofen.

In dieser Zeit entstehen in Fürstenwalde und Ketschendorf im Zuge der Industrialisierung eine Vielzahl kleinerer und größerer Industriebetriebe.

1865
1865

Sechs Schulen in der Stadt

  • private Töchterschule
  • Kathol. Schule
  • Knaben-Bürger-Schule
  • Mädchen-Bürger-Schule
  • Elementarschule
  • Kolonieschule
1870
1870

Neubau eines Krankenhauses

Das städtische Krankenhaus zu Fürstenwalde

Städtische Krankenhaus Fürstenwalde in der Frankfurter Straße

mit angeschlossenem Siechenhaus in der Frankfurter Straße

 

 

1873
1873

Fa. Julius Pintsch in Fürstenwalde

Eintragung Fabrikbesitzer Julius Pintsch (Berlin) in das Firmenregister Nr. 724 (Carl Friedrich Julius Pintsch in Berlin Niederlassung Fa. Julius Pintsch in Fürstenwalde).

1873

Israelitische Taubstummenanstalt

Mit Hilfe von Spenden in Höhe 4.500 Mark eröffnete Markus Reich am 15. Juli 1873 in Fürstenwalde/Spree die Israelitische Taubstummenanstalt (ITA) für sieben Kinder, darunter fünf Freistellen für Bedürftige. Reich wollte in seiner Schule nicht nur die Kinder bemittelter Eltern aufnehmen, sondern auch Freistellen für Bedürftige schaffen.

Die Schulpflicht für Taubstumme und Blinde wurde erst 1911 eingeführt.

Näheres dazu hier

 

1879
1879

Einweihung der Synagoge in der Frankfurter Straße

Einweihung der Synagoge in der Frankfurter Straße

1879

Die Synagoge des Jüdischen Gemeinde Fürstenwalde wird in der Frankfurter Straße eingeweiht.

Damit kann die Gemeinde gegenüber der Frankfurter (Oder) Synagogengemeinde die Eigenständigkeit als Fürstenwalder Synagogengemeinde vorantreiben.

1882
1882

Umgemeindung

Erfolgt die Umgemeindung der Spreevorstadt vom Kreis Beeskow-Storkow in den Kreis Lebus.

1883
1883

Baubeginn Oder-Spree-Kanal

  • 1883-1891 Erste Ausbaustufe
  • 1905-1915 Zweite Ausbaustufe
  • 1917-1937 Dritte Ausbaustufe
  • 1945-2008 Vierte Ausbaustufe

Mehr zum Thema: https://oder-spree-kanal.de/history.html

1886
1886

Die Jüdische Gemeinde wird eigenständig

Februar 1886

Nach langem Bemühen und zähen Verhandlungen kann die Jüdische Gemeinde Fürstenwalde ihre Unabhängigkeit von der Frankfurter (Oder) Gemeinde durchsetzen und ist jetz eine eigenständige Synagogengemeinde.

1887
1887

Einweihung des Kriegerdenkmals

… auf dem heutigen Platz am Stern für die in den Preussischen Kriegen 1864 (Deutsch-Dänischer Krieg),1866 (Deutscher Krieg) und 1870/71 (Deutsch-Französischer Krieg) gefallenen Fürstenwalder.

1892
1892

Fürstenwalder Samariteranstalten gegründet

Pastor Albert Burgdorf gründet die Fürstenwalder Samariteranstalten am Goetheplatz (Lazarushaus).

1892

Abriss des Hospitals auf dem Denkmalsplatz

Der Denkmalsplatz ist der heutige „Platz Am Stern“

1897
1897

Bezug der Ulanenkasernen

Ulanen beim Bezug der Kaserne

In der (Neuen) Gartenstraße gibt es damit erstmalig eine zusammenhängende Unterbringung der Soldaten der Garnision Fürstenwalde.

1897

Verkauf der Schloßbrauerei

… an die Actien-Brauerei-Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Patzenhofer.

1897

Julius Pintsch kauft Landgut Palmnicken

Sembritzki verkauft das durch ihn benannte Landgut

1897

August Bebel in Fürstenwalde

Er spricht in den „Reichshallen“ am Dom.

1899
1899
1899
1899