Zeittafel Fürstenwalde 1933 – 1945

Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg

1933
1933

Adolf Hitler wird zum Reichkanzler ernannt

Beginn der Nazidiktatur in Deutschland.
1933

Bücherverbrennung

auf dem großen Exerzierplatz Lindenstraße in Fürstenwalde

1933

Konzentrationslager

Antifaschisten aus Fürstenwalde und Umgebung werden in das KZ Sonnenburg verschleppt

1933

Verhöre und Folterungen

Antifaschisten weren im Anbau des „Fürstenwalder Hof“ gefoltert und verhört

1934
1934

Errichtung und Einweihung des Lagers für die RAD-Abteilung 4/83

Errichtung und Einweihung des Lagers für die RAD-Abteilung 4/83

…an der Steinhöfeler Chaussee. Später war auf diesem Gelände das Krankenhaus Fürstenwalde und heute das Ärztehaus Nord und der „Nordpark“

 

1935
1935

Einführung der allgemeinen Wehrpflicht

entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrages.

1935
1937
1937
1937

Rolandstatue in SA-Uniform

Rolandstatue in SA-Uniform

wird am Rathausneubau aufgestellt

1937

Kasernenneubau in Braunsdorfer Straße

das Kavallerieregiment Nr. 9 bezieht seine Kaserne

1937

Pionierlehr- u. Versuchsbataillon Nr.2

zieht in die Kasernen in der (Neuen) Gartenstraße

1937

Autobahn Berliner Ring – Frankfurt/Oder fertiggestellt

Autobahn Berliner Ring – Frankfurt/Oder fertiggestellt

Ende 193

Reichsautobahn Strecke 58: Berlin – Frankfurt (Oder) wird fertig gestellt

Die Strecke 58 ist Teil des RAB-Netzes vom Berliner Ring [ehem. Strecke 50; heute A10] bis Frankfurt (Oder). Heute hat sie als Bundesautobahn die Nummer A12.

Für einige als kriegswichtig angesehene Streckenteile, wie beispielsweise an der Strecke 58, wurde deshalb ein System der durch jüdische Arbeitskräfte zu leistenden Zwangsarbeit eingeführt.

 

1937

Tankstelle an der Abfahrt Fürstenwalde

Tankstelle an der Abfahrt Fürstenwalde

1937

Die Tankstelle wurde 1937 nach einem Entwurf von Friedrich Tamms durch die Firma Wilhelm Unger aus Berlin-Pankow erbaut. Durch solche Typenbauten sollten die bis dahin genutzten provisorischen Tankstellen an der Reichsautobahn ersetzt werden.

Sie war bis zum Dezember 1995 in Betrieb

1938
1938

Die Synagoge brennt

Die Synagoge brennt

09.11.1938

In der sogenannten Pogromnacht werden auch in Fürstenwalde Jüdische Einrichtungen und Jüdische Bürger angegriffen

Der Friedhof in der Frankfurter Straße wird geschändet.

Die Synagoge wird angezündet und rund 35 Jüdische Geschäfte werden verwüstet.

Es gibt Verhaftungen jüdischer Bürger und Deportationen in das KZ Sachsenhausen.

1939
1939

Beginn des 2. Weltkrieges

Überfall auf Polen

Auflösung Kavallerieregiment 9 (Inkraftsetzen der Kriegsgliederung der Wehrmacht)

1940
1940

Die Deka Pneumatik beginnt Reifenproduktion

Die Deka Pneumatik beginnt Reifenproduktion

01.09.1940

Am Tränkeweg in Ketschendorf wird das neue Reifenwerk in Betrieb genommen.

Die dafür notwendigen Hallen wurden ab 1937 errichtet.

Bereits 1922 wurde in Berlin die DEKA Pneumatik von den DeKaWe unabhängig. 1936 setzte DEKA Pneumatik als erster Reifenhersteller Synthesekautschuk BUNA ein.

1941
1941
1943
1943

Außenlager des KZ Sachsenhausen

(1943 bis 1945)

Mit Auslagerung des SS-Führungshauptamtes aus Berlin nach Saarow wird am Fuße der Rauener Berge ein Außenlager des KZ Sachsenhausen errichtet. Häftlinge müssen die spätere Nachrichtenzentrale (Tarnname Fuchsbau) bauen und arbeiten auch auf Baustellen in Saarow, Kolpin, Storkow und Spreenhagen.

1944
1944

Pintsch-Werke beschäftigen 3000 „Fremdarbeiter“ und 400 Kriegsgefangene

Pintsch-Werke beschäftigen 3000 „Fremdarbeiter“ und 400 Kriegsgefangene

Durch Organisation Todt erfolgt die Errichtung eines Barackenlagers (südlich der Hegel/ Ecke Trebuser Straße – später Umsiedler/Heimkehrerlager).

1944

Volkssturm in Fürstenwalde

Formierung des Volkssturms auf Grundlage des Führererlasses. Alle 16-60-jährigen Männer werden zum Volkssturm eingezogen. Die Ausbildung erfolgte in der Mars-la-Tour-Kaserne (Carlshöhe in Rauen).

1945
1945

letzte Kriegstage in Fürstenwalde

Wochen zuvor wurde u.a. Fürstenwalde/Spree zur befestigten Ortschaft im 3. Hauptverteidigungsstreifen vor Berlin erklärt. Dazu waren Straßensperren und Schützengräben zu errichten. Mit dem Sturm auf die Seelower Höhen durch die Rote Armee begann die Schlacht um Berlin (größte Schlacht des 2. Weltkrieges auf deutschem Boden). Durch Bombenangriffe wurden Gebäude beschädigt und zerstört. Am Bahnhof wurde ein Munitionszug getroffen. Durch die Explosionen waren in einem daneben abgestellten Transportzug viele Tote und Verletzte zu beklagen, viele Gebäude, auch die Katholische Kirche am Seilerplatz wurden stark beschädigt. Der Dom bekam nicht nur Bombentreffer ab, sondern auch ein Artilleriegeschoß von deutschen Truppen auf der Südseite. Das Gestühl begann zu brennen, 2 Tage später stürzt die Turmhaube ein. Der Dom wird ein Opfer der Flammen. Um das Vordringen sowjetischer Truppen aufzuhalten, wird die Innenstadt angezündet (Viertel Mühlenstraße, Tuchmacherstraße, Müncheberger Straße, Frankfurter Straße) und die Spreebrücke gesprengt. Zuvor wird die Stadt evakuiert, nur etwa 2000 Personen bleiben zurück.

1945
1945

Ende des 2. Weltkriegs

Ende des 2. Weltkriegs

Unterzeichnung der Urkunde über die bedingungslose Kapitulation Deutschlands in Berlin-Karlshorst.

Weite Teile Fürstenwaldes sind zerstört, wie hier der Bereich um den Goetheplatz.